Auf Kartoffeln gedünsteter Fisch

Zur Bekämp­fung der Fol­gen der fet­ten Weih­nachts­gans und der Rest­de­pres­sio­nen in Anbe­tracht des sich in grauen Matsch ver­wan­deln­den Schnees auf den Stra­ßen ist die­ses sizi­lia­ni­sche Gericht gerade rich­tig.

Es weckt Erin­ne­run­gen an den Som­mer, trotz­dem bekommt man alle Zuta­ten (na ja, viele sind es sowieso nicht …) auch im Win­ter und außer­dem ist es gar nicht schwie­rig zu kochen. Eigent­lich kocht es sich fast von selbst.

Zutaten für 2 Portionen

  • 4 bis 6 mit­tel­große Kar­tof­feln
  • 1 EL But­ter
  • 1 EL Oli­venöl
  • ca. ¼l Gemü­se­brühe
  • 1 TL gesal­zene Kapern (kann man auch weg­las­sen)
  • 2 Dora­den (je ca. 400 g)
  • ca. ½ Bund Peter­si­lie

Zeit

  • 10 Minu­ten Vor­be­rei­tung
  • 10 bis 15 Minu­ten Koch­zeit

Zubereitung

Aus eigener leidvoller Erfahrung: zwei Tipps vorweg

Lass‘ Dir die Fische vom Händ­ler gründ­lich schup­pen. Mit gründ­lich meine ich gründ­lich. Es sollte keine Schuppe mehr am Fisch sein. Sonst fal­len sie beim Düns­ten raus, schwim­men in der Sauce herum und der ganze Spaß am Essen ist ver­dor­ben, weil du dau­ernd im Mund nach den Schup­pen her­um­suchst. Sie sind nicht so spitz wie Grä­ten, aber genau so unan­ge­nehm.

Und pass‘ auf die Flos­sen auf. Nein, nicht Deine – die vom Fisch sind gemeint. Dora­den haben spitze zackige Rücken­flos­sen, die man sich tun­lichst nicht in die Hand spie­ßen sollte. Das gilt beim Kochen und beim Essen.

25 Minuten vor dem Servieren

Wasche die Dora­den unter flie­ßen­dem kal­ten Was­ser, um wirk­lich die letz­ten Schup­pen abzu­spü­len. Tupfe sie mit viel Küchen­pa­pier vor­sich­tig und sorg­fäl­tig tro­cken.

Schäle die Kar­tof­feln und schneide sie in 5 mm dicke Schei­ben. Sonst ist es mir ja meis­tens egal, aber hier ist es wirk­lich wich­tig, dass die Dicke stimmt, denn sonst sind die Kar­tof­feln noch hart, wenn der Fisch schon zer­fällt.

Lass‘ die But­ter und das Oli­venöl in einer gro­ßen Pfanne heiß wer­den, lege die Kar­tof­fel­schei­ben neben­ein­an­der hin­ein und brate sie ein paar Minu­ten an. Umdre­hen ist nicht nötig, das macht’s nur schwie­ri­ger, sie wie­der so hin­zu­krie­gen, dass der Boden bedeckt ist.

Falls Du zu viele Kar­tof­fel­schei­ben hast, nimm‘ die ange­bra­te­nen aus der Pfanne und brate die nächste Fuhre genau so an. Du brauchst dann wahr­schein­lich ein biss­chen mehr Fett und Zeit. Schichte alle ange­bra­te­nen Kar­tof­fel­schei­ben gleich­mä­ßig auf den Boden der Pfanne.

15 Minuten vor dem Servieren

Gieße so viel Gemü­se­brühe in die Pfanne, dass die Kar­tof­feln gerade soeben bedeckt sind. Streue die gesal­ze­nen Kapern ein. Du kannst sie nicht durch ein­ge­legte Kapern (in Lake) erset­zen, denn diese schme­cken säu­er­lich und ver­der­ben das ganze Essen. Wenn Du keine gesal­ze­nen Kapern bekommst, lass‘ sie lie­ber weg.

Wenn die Brühe wie­der kocht, lege die Fische neben­ein­an­der auf die Kar­tof­feln, Deckel drauf und 10 Minu­ten Geduld haben.

Du kannst die Zeit damit ver­brin­gen, die Peter­si­lie zu hacken.

Auf Kartoffeln gedünstete Dorade

Dann kannst Du den Deckel lüf­ten und den Fischen in die Augen schauen. Wenn sie noch gla­sig sind: Deckel wie­der drauf und noch ein paar Minu­ten düns­ten las­sen. Der Fisch ist gar, wenn die Augen sich in weiße Kügel­chen ver­wan­delt haben. In die­ser Zeit sind auch die Kar­tof­feln gar gewor­den und die Brühe ist von der Kar­tof­fel­stärke ein biss­chen sämig ein­ge­kocht.

Du kannst auch ver­su­chen, die Fische nach 10 Minu­ten zu wen­den, aber das geht meis­tens schief. Geduld und geschlos­se­ner Deckel ist die bes­sere Wahl, glaub’s mir.

Kurz vor dem Servieren

Wenn der Fisch gar ist, bestreust Du ihn mit der gehack­ten Peter­si­lie. Fer­tig.

Da es ein ziem­lich rus­ti­ka­les Rezept ist, kannst Du alles in der Pfanne auf den Tisch stel­len. Idea­ler­weise hast Du eine Ser­vier­pfanne (das sind die mit zwei Hand­grif­fen statt einem lan­gen Stiel).

Dazu passt

Der Ita­lie­ner isst bekannt­lich zu allem ein Stück Weiß­brot. Muss aber nicht sein – der Deut­sche zer­matscht ein­fach ein paar Kar­tof­fel­schei­ben auf dem Tel­ler und genießt die Brühe so. Zu trin­ken gibt’s natür­lich Weiß­wein.

Quelle

Das Rezept ist ent­lehnt dem Buch von Mar­tina Meuth, Bernd Neu­ner-Dut­ten­ho­fer und Andrea Camil­lieri über Andrea Camil­le­ris sizi­lia­ni­sche Küche: Die kuli­na­ri­schen Lei­den­schaf­ten des Com­mis­sa­rio M.

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