Die beste Babypute aus dem Backofen

Eine Baby­pu­te kann sehr köst­lich sein, wenn man sie rich­tig brät. Das Geheim­nis: bei nied­ri­ger Tem­pe­ra­tur wird sie im Back­ofen wun­der­bar zart. Per­fekt für Weih­nach­ten oder ande­re fest­li­che Anlässe.

Jedes Jahr im Herbst bekom­men wir Besuch von einer lie­ben Freun­din aus den USA. Wir ver­sam­meln dann eine gro­ße Run­de von Freun­den in der Küche, stel­len sämt­li­che Tische zu einer gro­ßen Tafel zusam­men und fei­ern Friends­gi­ving. Natür­lich gibt es dann auch den tra­di­tio­nel­len Roas­ted Tur­key.

Die­ses Jahr habe ich einen Slow Roas­ted Tur­key gemacht – ein Vogel von fast 8 Kilo kam für 16 Stun­den in den Back­ofen und wur­de dann unter gro­ßem Ah und Oh verspeist.

Da der Vogel so gut gelun­gen war und mir die Metho­de gut gefal­len hat, habe ich es dann ein paar Wochen spä­ter in klei­ne­rer Run­de noch ein­mal mit einem klei­ne­ren Tier wie­der­holt. Auch eine Baby­pu­te wird mit der Nied­rig­tem­pe­ra­tur-Metho­de wun­der­bar zart, saf­tig und aromatisch.

Für 4 bis 6 Portionen

  • 1 Baby­pu­te (2,5 bis 3 kg)
  • 10 TL Gewürz­mi­schung für Gans
  • 5 TL Salz
  • 50 bis 75 g But­ter (weich)
  • 0,5 l Cid­re (tro­cken)
  • 250 ml Sah­ne (oder etwas mehr, nach Geschmack)
  • ein paar Trop­fen Zitronensaft

Zeit

  • Am Vor­tag sal­zen und würzen
  • 10 Minu­ten Vorbereitung
  • Pro 500g eine Stun­de backen
  • 30 Minu­ten für die Sauce

Zubehör (optional)

Zusammenfassung

  • Pute mit Salz-Gewürz­mi­schung ein­rei­ben, über Nacht im Kühl­schrank antrock­nen lassen
  • Am nächs­ten Tag Pute mit But­ter-Salz-Gewürz­mi­schung ein­rei­ben, bei 80°C im Ofen garen
  • Pute bei Bedarf kurz über­gril­len, ruhen lassen
  • Sau­ce zubereiten

Tipp

Durch das lang­sa­me Garen fällt das Fleisch bei­na­he von selbst von den Kno­chen. Wenn Du den Vogel ganz auf den Tisch brin­gen möch­test, soll­test Du Dir einen deko­ra­ti­ven Brä­ter besorgen.

Zubereitung

Am Vortag: Die Babypute salzen

Ent­fer­ne alle Federn und ‑kie­le und spü­le die Pute mit kal­tem Was­ser ab. Tup­fe sie sehr sorg­fäl­tig trocken.

Mische Gewür­ze und Salz im Ver­hält­nis 2:1 und rei­be die Pute damit ein. Du soll­test nicht die kom­plet­te Mischung ver­brau­chen, son­dern nur etwa zwei Drittel.

Stel­le die Pute über Nacht offen in den Kühl­schrank. Das Salz ent­zieht der Haut Feuch­tig­keit, so dass sie spä­ter beson­ders knusp­rig wird.

Gewürze

Mei­ne Gewürz­mi­schung stammt zuge­ge­be­ner­ma­ßen vom ört­li­chen Gewürz­krä­mer und ich weiß nicht so genau, was er da alles zusam­men­mischt. Im Prin­zip kannst Du sie nach eige­nem Geschmack zusam­men­stel­len: Mit Thy­mi­an, Ore­ga­no und Ros­ma­rin wird’s eher medi­ter­ran, mit Bei­fuß, Majo­ran und Lieb­stö­ckel eher deutsch-rustikal.

7 Stunden vorher

Nimm die But­ter und die Pute aus dem Kühl­schrank. Die But­ter muss weich sein, damit Du sie ver­ar­bei­ten kannst; die Pute kann ruhig schon mal Zim­mer­tem­pe­ra­tur annehmen.

6 Stunden vorher

Hei­ze den Back­ofen auf 80°C vor.

Temperatur

Jeder Back­ofen ist anders – mei­nen zum Bei­spiel muss ich auf fast 100°C ein­stel­len, damit er in Wirk­lich­keit 80°C erreicht.

Ver­mi­sche die rest­li­che Gewürz-Salz­mi­schung mit der wei­chen Butter.

Fah­re mit den Fin­gern zwi­schen die Haut und das Brust­fleisch und tren­ne auf die­se Art und Wei­se die Haut vom Fleisch. Arbei­te einen knap­pen TL der Gewürz­but­ter zwi­schen Haut und Brust­fleisch ein. So wird die Puten­brust schön saftig.

Rei­be mit der rest­li­chen Gewürz­but­ter die Pute von außen ein.

Bin­de die Keu­len und Flü­gel zusam­men, damit sie nicht abste­hen und zu schnell gar wer­den. Lege die Pute mit der Brust nach unten auf ein Back­rost und schie­be sie in den vor­ge­heiz­ten Back­ofen (unte­res Drit­tel). Ver­giss nicht, die Fett­pfan­ne unter den Vogel zu schieben.

Bräter

Du kannst viel Putz­ar­beit spa­ren, wenn Du einen Brä­ter mit her­aus­nehm­ba­rem Rost ver­wen­dest. Ach­te beim Kauf dar­auf, dass das Bra­ten­rost Grif­fe hat, an denen Du es leicht her­aus­he­ben kannst. Man­che Topf­her­stel­ler bie­ten solch ein Rost auch als Ein­zel­zu­be­hör an.

Falls Dein Geflü­gel­händ­ler Dir den Hals und Inne­rei­en mit­ge­ge­ben hat, brätst Du sie in etwas But­ter an und löschst mit dem Cid­re ab.

Brin­ge den Cid­re zum Kochen und gib alle Gewür­ze und But­ter dazu, die even­tu­ell beim Ein­rei­ben auf der Arbeits­flä­che gelan­det sind. Gie­ße den kochen­den Sud in die Fett­pfan­ne und schlie­ße den Ofen sofort wieder.

Jetzt hast Du erst ein­mal viel Zeit für etwas ande­res – die Pute bleibt für 5 Stun­den im Ofen.

Garzeit und Gartemperatur

Geflü­gel­fleisch muss wegen der Sal­mo­mel­len­ge­fahr grund­sätz­lich immer durch­ge­gart wer­den. Im Unter­schied zu ande­ren Fleisch­sor­ten schmeckt es „rosa“ auch gar nicht. Trotz­dem soll­te es natür­lich nicht tro­cken wer­den, was wir durch das lang­sa­me Bra­ten bei einer Tem­pe­ra­tur errei­chen, die nur knapp über der Gar­tem­pe­ra­tur des Puten­fleischs liegt. Pute ist bei 75 bis 80°C gar – so lau­ten jeden­falls ame­ri­ka­ni­sche Rezep­te, denen ich in die­sem Zusam­men­hang traue mehr als den deut­schen, die von 80 bis 90°C aus­ge­hen. Die nied­ri­ge Tem­pe­ra­tur hat auch den Vor­teil, dass Du nicht so ganz genau auf die Zeit ach­ten musst. Bei einer nicht gefüll­ten Pute kannst 30 Minu­ten pro 500 g Fleisch rech­nen. Wenn Du ganz sicher gehen willst, misst Du die Fleisch­tem­pe­ra­tur mit einem Bra­ten­ther­mo­me­ter. Mit Fül­lung funk­tio­niert das Nied­rig­tem­pe­ra­tur­ga­ren nicht!

Eine Stunde vorher

Die Pute ist jetzt fast gar (das Bra­ten­ther­mo­me­ter wird 72 bis 73°C anzei­gen), aber wie knusp­rig die Haut ist, hängt von vie­len Fak­to­ren ab. Wenn Du sie noch knusp­ri­ger haben möch­test, erhöhst Du die Tem­pe­ra­tur auf 200 °C und lässt den Vogel appe­tit­lich braun und knusp­rig wer­den. Dabei gar natür­lich auch das Fleisch wei­ter – all­zu lan­ge soll­te die Pute also nicht in der Hit­ze verbringen. 

Wenn Sie nach Dei­nem Geschmack fer­tig ist, nimmst Du sie aus dem Ofen und lässt sie mit Alu­fo­lie bedeckt noch etwas ruhen.

Die Zeit, in der die Pute bräunt, kannst Du nut­zen, um die Sau­ce zuzubereiten.

30 Minuten vorher

Gie­ße alle Flüs­sig­keit aus der Fett­pfan­ne in ein aus­rei­chend gro­ßes, schma­les und hohes Gefäß und war­te ein paar Sekun­den, bis sich das Fett oben abge­setzt hat. Schöp­fe das Fett mög­lichst voll­stän­dig ab.

Fett-Trennkanne

Eine Fett-Trenn­kan­ne, manch­mal auch Fett­ab­schei­der genannt. hat eine nied­rig ange­setz­te Aus­gieß­tül­le. Das Fett sam­melt sich ober­halb des Aus­gie­ßers und die Sau­ce kann sozu­sa­gen von unten abge­gos­sen wer­den. Die Anschaf­fung lohnt sich nur, wenn Du sie häu­fi­ger benutzt, denn zu etwas ande­rem als zum Fett abtren­nen ist sie nicht zu gebrauchen.

Gie­ße die Bra­ten­flüs­sig­keit durch ein fei­nes Sieb in einen Topf und koche sie kurz auf. Gie­ße die Sah­ne dazu und las­se die Sau­ce bis zum Ser­vie­ren leicht köcheln. Schme­cke sie ganz zum Schluss mit ein paar Trop­fen Zitro­nen­saft ab.

Kurz vor dem Servieren

Ent­fer­ne das Küchen­garn, zer­le­ge die Pute und rich­te das Fleisch auf vor­ge­wärm­ten Plat­ten an. Fül­le die Sau­ce in eine vor­ge­wärm­te Sau­cie­re und rei­che sie getrennt zum Fleisch.

Die Pute wird so zart sein, dass sie beim Ver­such zer­fällt, sie vom Bra­t­rost auf eine Ser­vier­plat­te zu heben. Falls Du Dei­nen Gäs­ten den spek­ta­ku­lä­ren Anblick einer gan­zen, per­fekt gebra­te­nen Pute prä­sen­tie­ren möch­test, musst Du sie also in die Küche rufen – oder Dir einen Brä­ter mit her­aus­nehm­ba­rem Rost besor­gen, den Du auf den Tisch stel­len kannst. 

2 Gedanken zu „Die beste Babypute aus dem Backofen“

  1. Ich den­ke, dass es einen Feh­ler im Rezept gibt! Ges­tern habe ich die Pute zube­rei­tet und sie war völ­lig ver­sal­zen! Ich den­ke es kann sich bei den Anga­ben höchs­tens um Tee­le­öf­fel (TL) han­deln, ganz bestimmt nicht um Ess­löf­fel (EL). Ich habe bereits weni­ger Salz genom­men, den­noch war inbe­son­de­re die Sos­se kaum zu genie­ßen – scha­de. Die gar­me­tho­de hat aller­dings über­zeugt. das Fleisch war saf­tig und aus­sen knusp­rig, nach­dem die Pute in der letz­ten Stun­de bei 200 Grad im Ofen war.

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