Madagaskar-Pfeffer

Pfef­fer wird in vie­len Län­dern ange­baut und nach Europa exportiert. Mada­gaskar gehört zu den weniger wichti­gen Erzeuger­län­dern; die wichtig­sten sind Viet­nam, Indone­sien und Indi­en. Trotz­dem hat es der »Mada­gaskar-Pfef­fer« als Beson­der­heit in die Kochbüch­er geschafft – warum eigentlich? Und warum ist er teur­er als »nor­maler« Pfef­fer? Schmeckt er wirk­lich anders?

Mada­gaskar-Pfef­fer ist in der Tat etwas Beson­deres, nicht ein­fach Pfef­fer aus Mada­gaskar.

Was ist Madagaskar-Pfeffer?

Madagascar-Pfeffer Madagaskar-Pfeffer
Botanisch gese­hen ist Pfef­fer gle­ich Pfef­fer (piper nigrum). Die han­del­süblichen Sorten unter­schei­den sich durch ihr Herkun­ft­s­land und die Anbau- und Ver­ar­beitungsmeth­ode. Und das ist auch schon der sprin­gende Punkt beim Mada­gaskar-Pfef­fer: zum einen han­delt es sich um eine andere Sorte (piper bor­bonese), zum anderen wird er nicht ange­baut, son­dern wächst wild im Urwald Mada­gaskars und wird deshalb auch »Urwaldpf­ef­fer« genan­nt. Ein ander­er Name ist »Voat­siper­ifery«, was in der Lan­dessprache ange­blich »Frucht der Tsiper­ifery-Pflanze« bedeutet.

Nor­maler Pfef­fer wird als Busch oder niedriger Baum ange­baut, der leicht abgeern­tet wer­den kann – Urwaldpf­ef­fer wächst als Klet­terpflanze und für die Ernte muss man 10 bis 20 m hoch in die Bäume klet­tern, an denen er sich hochrankt. Das ist müh­sam und gefährlich und bringt auch noch geringe Erträge.

Die Körn­er sind klein­er als nor­maler schwarz­er Pfef­fer und ein biss­chen länglich­er. Außer­dem hän­gen die Stielchen noch dran.

Und der Geschmack?

Madagascar-PfefferMada­gaskar-Pfef­fer ist ein biss­chen schär­fer als nor­maler Pfef­fer, aber auch viel aro­ma­tis­ch­er mit starken Noten von Vanille, Tabak und Holz. Das passt nicht zu allem, aber wenn Du eine warm-exo­tis­che Note an ein Gericht brin­gen möcht­est, ist Mada­gaskar-Pfef­fer die erste Wahl. Pro­biere doch ein­fach mal ein Steak mit gutem, frisch gemahle­nen schwarzen Pfef­fer im Ver­gle­ich mit Mada­gaskar-Pfef­fer. Das sind zwei ver­schiedene Gerichte! Pro­biere ihn auch ein­mal mit Wild oder Fisch.

Seine Aromen­vielfalt ent­fal­tet jed­er Pfef­fer übri­gens nur, wenn er frisch gemahlen oder gemörsert wird. Gemahlen­er Pfef­fer aus der Tüte ist höch­stens als Niespul­ver geeignet – geschmack­lich ist er ein absolutes No-Go. Die Aromen kom­men näm­lich aus soge­nan­nten ätherischen Ölen, die beim Mahlen freige­set­zt wer­den und ziem­lich schnell ver­fliegen.

Wo kannst Du Madagaskar-Pfeffer kaufen?

Mada­gaskar-Pfef­fer ist eine Rar­ität, die Du bei sehr gut aus­ges­tat­teten Gewürzhändlern kaufen kannst oder bei diversen Versendern im Inter­net, zum Beispiel auch über den Ama­zon Mar­ket­place. Fall’ aber nicht gle­ich um: Mada­gaskar-Pfef­fer ist deut­lich teur­er als das, was Du aus dem Super­markt gewöh­nt bist.

Schreibe einen Kommentar