Muscheln in Weißweinsud

Muscheln leben im und vom Meer­wass­er – je bess­er ihr Leben­sraum, desto bess­er schmeck­en sie. Fran­zosen schwören auf Muscheln aus der Bre­tagne, unsere­in­er bekommt sie in sehr guter Qual­ität von den nord­friesis­chen Inseln.

In den Win­ter­monat­en ist das Meer­wass­er käl­ter und sauer­stof­fre­ich­er als im Som­mer, die kleinen Tierchen fühlen sich wohl und wir freuen uns, dass es bei uns in den Monat­en mit »r« am Ende tra­di­tioneller­weise Muscheln zu kaufen gibt. Früher mag dabei auch noch die Küh­lkette eine Rolle gespielt haben, denn Muscheln verder­ben leicht.

Muscheln kauft man lebend. Lebende Tiere erkennst Du daran, dass sie geschlossen sind und sich erst beim Zwis­chen­lagern in kaltem Wass­er leicht öff­nen und schließen. Tierchen, die vorher schon offen sind, sind bere­its eine unkon­trol­lier­bare Zeit tot und kön­nten ver­dor­ben sein. Wirf sie weg. Das gle­iche gilt für welche mit beschädigten Schalen. Wenn Du mehr als zwei oder drei Muscheln pro Kilo weg­w­er­fen musst, soll­test Du den Fis­chhändler wech­seln. Nach dem Kochen ist es übri­gens umgekehrt: jet­zt sind die guten Muscheln offen und die ver­dor­be­nen noch geschlossen.

Wenn Du sie nicht ger­ade frisch vom Kut­ter kauf­st, sind Muscheln küchen­fer­tig im Han­del. Du musst Sie nur noch in kaltem Wass­er durch­spülen, um wirk­lich die let­zten San­dreste weg zu kriegen und die ver­dor­be­nen aus­sortieren. Dann dauert es nur noch wenige Minuten bis zu einem köstlichen leicht­en Mahl.

Zutaten für 2 Portionen

  • 1 bis 1,5 kg Muscheln
  • 2 Möhren
  • 1 Schalotte
  • 1 Knoblauchze­he
  • 2 EL But­ter oder Olivenöl
  • etwas Noil­ly Prat oder ander­er trock­en­er Wer­mut
  • 100 bis 150 ml kräftiger trock­en­er Weißwein
  • 1 EL gehack­te Peter­silie
  • dazu: 1 Baguette

Zeit

  • Die Muscheln kochen etwa 10 Minuten.
  • Die Zeit für’s Gemüsewür­feln hängt von Dir ab, aber 15 Minuten soll­ten dafür eigentlich aus­re­ichen.

Zubereitung

Spüle die Muscheln in kaltem Wass­er durch, sortiere die schlecht­en aus und lass’ die guten in sauberem kaltem Wass­er liegen. Wenn Du hast, kannst Du ein paar Eiswür­feln dazu tun – die ide­ale Tem­per­atur liegt bei 4°C.

Miesmuscheln

Schäle die Möhren und wür­fele sie so fein Du kannst. Mini-Wür­felchen von unge­fähr 1 mm verbinden sich am besten mit den Muscheln. Du kannst Dir die Arbeit leichter machen, indem Du das Gemüse mit der feinen Seite ein­er Kas­ten­reibe raspelst. Das schmeckt genau­so, sieht aber nicht so hüb­sch aus. Vielle­icht soll­test Du das Wür­feln ein­fach als Med­i­ta­tion­sübung betra­cht­en.

Mit der Schalotte und der Knoblauchze­he ver­fährst du genau­so: pellen und in winzig kleine Wür­felchen schnei­den.

Nimm die Muscheln aus dem Wass­er und lass’ sie abtropfen.

Erhitze die But­ter oder das Olivenöl in einem großen Topf. Welche Art Fett Du nimmst, hängt von Deinem Geschmack ab. Brate die Gemüsewür­felchen darin eine Minute an und gib dann die Muscheln dazu. Gieße einen Schuss Wer­mut dazu und unge­fähr 1 Glas Weißwein. Würze mit 1 TL Salz und ein paar Umdrehun­gen aus der Pfef­fer­müh­le.

Wichtig

Der Topf sollte min­destens so groß sein, dass die dop­pelte, bess­er dreifache Menge Muscheln hinein­passen würde. Die Schalen gehen beim Kochen auf und brauchen dann sehr viel mehr Platz als geschlossen.

Lege sofort den Deck­el auf den Topf und lass’ alles bei stark­er Hitze 10 Minuten kochen. Schüt­tele den Topf alle paar Minuten, damit sich Gemüse, Sud und Muscheln gut miteinan­der ver­men­gen.

Während die Muscheln kochen, hackst Du die Peter­silie fein.

Nach 10 Minuten Kochzeit kannst Du den Topf öff­nen. Alle Muscheln soll­ten jet­zt geöffnet sein. Wenn noch geschlossene dabei sind, wirf sie weg, denn sie sind eben­falls ver­dor­ben.

Schöpfe Muscheln und Sud in tiefe Teller oder in Schalen, streue die gehack­te Peter­silie darüber und serviere sofort und heiß.

Tipp

Muscheln isst man am besten mit den Hän­den. Benutze eine leere Schale als Zange, um das Fleisch her­auszuzupfen.

Dazu passt

Knus­priges Baguette ist der per­fek­te Begleit­er – und man kann damit her­vor­ra­gend den köstlichen Sud auf­saugen. Schlür­fen und schmatzen erlaubt!

1 Gedanke zu „Muscheln in Weißweinsud“

  1. Dein Schreib­stil ist nicht nur unter­halt­sam, son­dern auch ueber­sichtlich: Dadurch leicht les­bar und nicht nur beim nochma­li­gen Durch­suchen nach Wichtigem schnell Ziel fuehrend.

    Weit­er so.
    Und ein gutes 2017

    Moni­ka

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