Risotto ist der Angstgegner jedes ambitionierten Hobbykochs. Angeblich ist es höllenschwierig zu kochen, muss man ständig im Topf rühren und Angst haben, dass es entweder matschig wird oder zu hart bleibt. Unfug!
Tagliata mit Rucola und Walnuss-Pesto
»Tagliare« ist italienisch, heißt »schneiden« und kommt in allen möglichen Zusammenhängen vor. Wir alle kennen zum Beispiel die »Tagliatelle«. Jetzt könnte man meinen, dass Tagliata dem Italiener sein Aufschnitt ist, läge damit aber falsch. Tagliata, genauer Tagliata die Manzo ist dünn geschnittenes Rindfleisch, das mit Öl und Kräutern gewürzt wird. Im Gegensatz zu Carpaccio wird Tagliata aber nicht roh verzehrt.
Es gibt vermutlich so viele Arten, Tagliata zuzubereiten, wie es Italiener gibt, und dann noch mal so viele angebliche Verfeinerungen von irgendwelchen Besserwissern. Der eine macht’s aus Steak, das er brät und fein schneidet, der andere schneidet das Fleisch erst klein und brät es dann. Hier stelle ich eine Variante aus klassischem Roastbeef vor, was den Vorteil hat, dass man eben auch noch ein klassisches Roastbeef hat.
Walnuss-Rucola-Pesto
Wer das Glück hat, einen Walnussbaum sein Eigen zu nennen (oder wer über Freunde oder Verwandtschaft verfügt, die glücklich sind, einen Abnehmer für die Überproduktion des vergangenen Jahres gefunden zu haben), wird vermutlich selbst Monate nach Weihnachten noch säckeweise Walnüsse herumstehen haben. Die halten sich zwar ein ganze Weile, aber irgendwann wollen sie auch verbraucht werden.
Wie wär’s mal mit einem Pesto? Normalerweise werden dafür Basilikum, Pinienkerne, Knoblauch und italienische Hartkäse unterschiedlicher Provenienz mit Öl zu einer Paste verarbeitet. Für unsere Walnüsse brauchen wir ein kräftigeres Kraut, das den Walnüssen etwas entgegen zu setzen hat: wir entscheiden uns für Rucola, dessen pfeffriger Geschmack die leichte Bitterkeit der Walnüsse schön ausbalanciert.
Schnelle Forelle
Regenbogenforellen, sofern aus hiesiger Bio-Zucht, gelten als politisch korrekter Fisch. Die örtliche Bio-Boutique hat sie, passend zur pietistischen Grundausrichtung der schwäbischen Seele, freitags immer frisch im Angebot. Frisch heisst dann wirklich frisch: sie scheinen noch aus der Tüte springen zu wollen, obwohl dienstbare Geister sie schon geschuppt und ausgenommen haben.
Heute probieren wir an ihnen mal ein Gerät aus, das kulinarische Fundamentalisten für den Ursprung allen Übels halten. Nein, nicht die Friteuse. Den delikaten Fisch in siedendes Fett zu werfen, wäre wirklich ein Verbrechen. Deshalb braten wir ihn auch nicht. Heute dünsten wir die Forelle mal in der Mikrowelle.
Vietnamesischer Salat mit gehacktem Hühnerfleisch (Goi Ga Bap Cai)
Koriandergrün, Minze, Fischsauce und Erdnüsse bilden für mich die Aromenkombination der vietnamesischen Küche. Dieser klassische Salat mit Hühnerfleisch vereint sie alle. Zusammen mit der Frische von Limettensaft der perfekte Einstieg in ein südostasiatisches Menü und eine kleine Vorfreude auf den Sommer.
Salsiccia: Bratwurst auf italienisch
Die italienische Version der Bratwurst heißt Salsiccia. In jeder Region werden unterschiedliche Fleischsorten und Gewürze verwendet. Die wahrscheinlich bekannteste Mischung ist aus Schweinefleisch und mit Fenchelsamen gewürzt. Der hiesige italienische Metzger wurstet selbst und verkauft jede Woche eine unterschiedliche Sorte – so lange der Vorrat reicht. Heute gab’s scharf gewürztes Wildschwein. Dazu passt ein mit
Kartoffelpüree mit Parmesan
Kartoffelpüree mit Bratwurst ist so ungefähr das spießigste, was man sich vorstellen kann. Mische etwas geriebenen Parmesan unter die Kartoffeln (ungefähr 1 EL pro Portion) und brate eine italienische Salsiccia dazu: so wird’s was Besonderes. Dazu ein Glas kräftigen italienischen Rotwein.
Sülze vom Coq au Vin
Letzthin gab es Coq au Vin. Und da ich hungrige Gäste hatte, blieb weniger vom Fleisch über als gedacht. Aber Brühe und Gemüse war noch da.
Kreative Resteverwertung war angesagt. Und da die Brühe im Kühlschrank sowieso schon schön glibberig geworden war, lag die Idee nahe: Warum nicht Sülze daraus machen?
Ja ja, dafür werden normalerweise Schweinefüße oder ‑köpfe ausgekocht. Dummerweise hatte ich aber gerade keine, aber noch ein paar Blatt Gelatine. Nicht die reine Lehre, aber es sollte ja auch ein Experiment werden.
Pimenton
Pimentón – genauer gesagt: Pimentón de la Vera – ist eine spanische Spezialität: Paprikapulver mit einem starken Räuchergeschmack. Es wird in der Region Extremadura hergestellt. Dafür werden reife Paprikaschoten getrocknet, über Eichenholz geräuchert und ohne Kerne (die bitter wären) und Stiele zu einem feinen Pulver zermahlen. Es gibt eine milde (dulce) und eine scharfe Sorte (picante
Coq au Vin
Ich mag keine Filme mit Til Schweiger. Ich mag Coq au Vin. Den französischen Klassiker, der im Titel des Films zu »Kokowääh« wird, was angeblich Kindersprache sein soll. Na ja. Wahrscheinlich sagen das die selben Leute, die »Wenngg« und »Penngg« lustig finden.
Dennoch, auch von schlechten Filmen – soweit man das anhand des Trailers beurteilen kann – sollte man sich nicht davon abhalten lassen, die köstliche Kombination von Wein und Huhn mal wieder zu kochen. Also nichts wie los, beim Metzger des Vertrauens einen ordentlichen Landgockel gekauft, den Weinvorrat aufgefüllt und los geht’s.
Und vielleicht bringt ja die Erwähnung von Til Schweiger, Kokowääh und Coq au Vin eine gute Platzierung in den Suchmaschinen. Deshalb gleich noch mal: Coq au Vin ist das Rezept, mit dem Til Schweiger in dem Film Kokowääh angeblich alle Frauen rumkriegt.
Jetzt reicht’s aber mit dem Geschwafel. Ran an den Herd.