Palmkohl mit Pasta und Pilzen

Als ich in einem aus dem Eng­li­schen über­setz­ten Koch­buch das erste Mal von Palm­kohl las, dachte ich an einen Über­set­zungs­feh­ler. Dank Wiki­pe­dia habe ich dann aber schnell gelernt, dass es Palm­kohl tat­säch­lich gibt und schon von den alten Römern ange­baut wurde.

Wei­tere Recher­che ergab, dass er in der Tos­kana als cavolo nero in vie­len rus­ti­ka­len Ein­töp­fen ver­ar­bei­tet wird und in Por­tu­gal der Grund­be­stand­teil der berühm­ten Kohl­suppe namens caldo verde ist. Tja, und auf Deutsch wird er wegen sei­ner dun­kel­grü­nen Farbe auch Schwarz­kohl genannt, was mal wie­der eine maxi­mal unfreund­li­che Bezeich­nung für die­ses köst­li­che Gemüse ist.

Palm­kohl ähnelt geschmack­lich dem Wir­sing (der eine Zucht­form des Palm­kohls ist). Er wird in Strei­fen geschnit­ten, kurz ange­düns­tet und mit Pil­zen zu einem herbst­li­chen vege­ta­ri­schen Pas­ta­ge­richt ver­ar­bei­tet.

Zutaten für 4 Portionen

  • 1 kg Palm­kohl
  • 2 Scha­lot­ten
  • 2 Knob­lauch­ze­hen
  • 250 g Wald­pilze oder Pfif­fer­linge (je wür­zi­ger, desto bes­ser)
  • glatte Peter­si­lie (gehackt unge­fähr 3 EL)
  • Oli­venöl
  • 50 g But­ter
  • ½ Zitrone (Saft)
  • 400 g dicke Pasta
  • 4 bis 6 EL fein gerie­be­ner Par­me­san
  • Salz, Pfef­fer

Zeit

  • 60 Minu­ten, davon geht die meiste Zeit in die Vor­be­rei­tung der Kohl­blät­ter

Zubereitung

60 Minuten vor dem Servieren

Die Vor­be­rei­tung des Palm­kohls ist recht zeit­auf­wän­dig: Wasche den Palm­kohl und schneide die dicken Strünke her­aus. Nur die dun­kel­grü­nen Teile der Blät­ter wer­den ver­wen­det. Schneide sie in unge­fähr 5 mm breite Strei­fen.

Palmkohl

Würfle die Scha­lot­ten fein, hacke den Knob­lauch. Putze die Pilze und schneide sie in Schei­ben oder Stü­cke. Hacke die Peter­si­lie fein. Reibe den Par­me­san sehr fein.

20 Minuten vorher

Setze einen gro­ßen Topf mit Salz­was­ser auf. Koche die Pasta zwei Minu­ten kür­zer als auf der Packung steht und halte sie in dem Koch­was­ser warm.

Tipp

Das funk­tio­niert nur mit dicken Pasta­s­or­ten. Spa­ghetti oder andere dünne Sor­ten wür­den mat­schig.

Wäh­rend die Pasta kocht, brätst Du die Pilze in sehr hei­ßem Oli­venöl kurz an. Nimm sie aus der Pfanne, redu­ziere die Hitze und dünste die Scha­lot­ten und den Knob­lauch in der glei­chen Pfanne, bis sie gla­sig sind. Even­tu­ell musst Du noch etwas Oli­venöl zuge­ben. Gib die Kohl­strei­fen dazu und lass sie in 3 bis 4 Minu­ten zusam­men­fal­len.

Pfifferlinge braten

Gib dann die Scha­lot­ten, den Knob­lauch und die ange­bra­te­nen Pilze dazu, gieß zwei Sup­pen­kel­len von dem Pasta-Koch­was­ser dazu und lass alles mit­ein­an­der kochen.

Tipp

Even­tu­ell haben die Pilze beim Abküh­len Flüs­sig­keit gezo­gen. Macht nichts – sie kommt mit in die Pfanne und trägt zum Aroma bei.

Gib zum Schluss die But­ter in klei­nen Wür­fel­chen dazu und lass alles unter Rüh­ren wei­ter kochen, bis sich die Bestand­teile gut mit­ein­an­der ver­bun­den haben und das Was­ser größ­ten­teils ver­dampft ist. Das dau­ert unge­fähr 5 bis 10 Minu­ten.

Gieß die Pasta ab und ver­mi­sche sie mit dem Palm­kohl und den Pil­zen in der Pfanne. Lass‘ das Gemüse und die Pasta noch eine oder zwei Minu­ten mit­ein­an­der zie­hen, so dass die Pasta die Aro­men gut auf­neh­men kann.

Kurz vor dem Servieren

Schme­cke mit 2 bis 3 EL Zitro­nen­saft, Peter­si­lie, Salz und Pfef­fer ab und rühre den Par­me­san unter. Ver­teile die Pasta auf tiefe Tel­ler und ser­viere sofort.

Palmkohl Pasta Pfifferlinge

Varianten

Wenn die Vor­be­rei­tung des Palm­kohls zu zeit­auf­wän­dig ist, kannst Du auch Wir­sing neh­men. Dann gehen sogar Cham­pi­gnons, die ansons­ten zu lasch für den Palm­kohl wären.

Quelle

Die Inspi­ra­tion zu die­sem Rezept fand ich in Matt Wil­kin­sons Gemü­se­koch­buch, 2012 bei Dor­ling Kin­ders­ley erschie­nen.

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