Richtig knusprige Röstzwiebeln

Es scheint eine unumstößliche Tatsache der deutschen Küche zu sein, dass man fast immer Zwiebeln braucht. Oft ist das Unfug und dummes Nachgeplapper. Wer braucht schon Zwiebeln am Salat.
Röstzwiebeln sind was anderes. In kleinen Mengen über Kartoffelpüree gestreut, als Krönung auf einer Gaisburger Marsch oder einer deftigen Erbsensuppe geben sie dem Ganzen noch mal einen kleinen, aber entscheidenden Kick.

Zwiebeln enthalten unglaublich viele Kohlehydrate (vulgo: Zucker), die durch das Rösten freigesetzt werden. Deshalb schmecken gedünstete oder geröstete Zwiebeln süßlich. Der Zucker ist gleichzeitig der Grund, weshalb Du beim Braten in der Pfanne höllisch aufpassen musst: angebrannt schmeckt’s bitter. Egal ob bei Karamell oder Zwiebeln.

Gleichzeitig enthalten Zwiebeln viel Wasser, das erst mal verdampfen muss, bevor die Röstzwiebeln knusprig werden. Das braucht halt viel Zeit, die man nicht hat, wenn man »mal schnell« ein paar Röstzwiebeln braucht. Und weil die Pfanne meistens ziemlich heiss ist, hat man auch noch das Problem mit dem Anbrennen.

Womit sich die Frage stellt, wie man denn so richtig schöne braune, knusprige und trotzdem nicht bittere Röstzwiebeln selbst herstellen kann. Das Geheimnis ist: viel Zeit.

  • Zuerst musst du die Zwiebeln in möglichst dünne Ringe schneiden. Idealerweise so dünn, dass sie durchscheinend werden. Dazu brauchst Du ein richtig scharfes Messer.
  • Dann lässt Du in einer großen Pfanne bei milder Hitze (Stufe 3 oder 4) so viel Butter aufschäumen, dass der Boden komplett mit eine dünnen Butterschicht überzogen ist.
  • Da kommen die Zwiebelringe rein und werden gedünstet, bis sie glasig sind. Nicht braun! Das dauert je nach Menge nur ein paar Minuten.
  • Jetzt erhöhst Du die Hitze ein wenig (auf 5 oder 6) und bestäubst die Zwiebeln mit etwas Mehl. Hin und wieder vorsichtig umrühren. Das Mehl sorgt für die Farbe – nach etwa 5 bis 10 Minuten ist die gewünschte goldgelbe Farbe erreicht. Aber knusprig ist’s immer noch nicht.
  • Verteile die Zwiebeln auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech. Das sollte möglichst gleichmäßig sein und idealerweise sollten alle Zwiebelringe nebeneinander liegen.
  • Das Ganze kommt dann für 1,5 bis 2,5 Stunden bei 80 ºC in den Backofen. Das Wasser verdampft, ohne dass die Zwiebeln anbrennen.
  • Schüttele gelegentlich an dem Blech: wenn die Zwiebelringe leise rascheln, kannst Du mal probieren, ob sie fertig sind.

Eigentlich ist das Geheimnis nicht Zeit, sondern Geduld. Es ist nämlich unmöglich, die Zeit genau vorherzusagen, bis die Zwiebeln rösch sind. Wenn sie ohne Widerstand zersplittern, ist alles gut. Wenn sie noch leicht zäh sind, brauchen sie noch Zeit im Ofen. Geduld ist angesagt: wenn Du sie zu früh heraus nimmst, hättest Du nur dünne, süßlich-zwieblig schmeckende Lederstreifen produziert und die ganze Mühe war umsonst.

3 Gedanken zu “Richtig knusprige Röstzwiebeln”

  1. Die beste Art Zwiebeln kross zu braten.Ich nehme ein Sieb und halte es über der Pfanne,fülle vorsichtig
    ein EL Mehl hinein und bestreue es mit Paprikapulver, danach leicht schütteln damit alles gleichmäßig
    bestreut ist.Man hat saubere Hände im gegensatz zu anderen Rezeptvorschlägen wo mit Händen vorher die Zwiebeln in Mehl gewendet werden.Die Sache mit dem Backofen und Backpapier ist einfach Spitze . Vielen Dank für das tolle Rezept.

    • Hallo „Ich“,
      wenn das Deine Einstellung zu zeitaufwändigen Rezepten ist, solltest Du vielleicht keine Kochblogs lesen.
      Nichts für ungut,
      Thomas

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